Martin-Buber-Schule, Heppenheim

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,,Ihr wart alle einfach nur cool"  (Quelle und ©: Echo-Online.de)

Martin-Buber-Schule: Rapper Toni L. bei Hip-Hop-Arbeitsgemeinschaft - Wettbewerb mit eigenen Songs

HEPPENHEIM.
Tony L. an der MBS
Rapper Toni L. (rechts) informierte am Mittwoch in der Hip-Hop-Arbeitsgemeinschaft der Heppenheimer Martin-Buber-Schule über die Ursprünge der Bewegung. In kleinen Gruppen sollten die Teilnehmer mit den fünf Begriffen Freestyle, Kuchen, Hai, Street Dance und Spiel eigene Rap-Songs verfassen und später gemeinsam vortragen. 
Foto: Karl-Heinz Köppner
 
Mit Beginn des neuen Schulhalbjahres startete die Heppenheimer Martin-Buber-Schule im Februar eine Hip-Hop-AG. Unter der Leitung der drei Lehrer Timo Kolb, Claudia Dietz sowie Nele Mantz treffen sich seitdem knapp zwanzig Schüler jeden Mittwoch im Anschluss an den regulären Unterricht, um gemeinsam ihr Können in Gesang, Tanz und Rap zu verbessern. Die Atmosphäre bezeichnen Schüler wie Lehrer als entspannt - oder wie man in Hip-Hop-Kreisen sagen würde: gechillt -, aber dennoch zielorientiert. Am Ende des Jahres wollen die Schüler der Haupt- und Realschule ihr Können der Öffentlichkeit bei einem großen Auftritt vorstellen.Für das AG-Treffen am Mittwoch hatten sich die Leiter des Schulprojekts etwas Besonderes einfallen lassen und mit dem Heidelberger Rapper Toni L. einen Mitbegründer der deutschen Hip-Hop-Szene in die neue Mediathek eingeladen. Als echter Kenner informierte der Musiker über die Geschichte des Hip-Hop. Die Ursprünge des Raps sind demnach in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der sechziger und siebziger Jahre zu finden. Als Ur-Väter des Hip-Hop bezeichnete Toni L. ,,Grandmaster Flash", ,,Kool DJ Herk" oder ,,Afrika Bambaataa". Insbesondere die Jugendlichen folgten den Ausführungen ihres Idols gespannt, Toni L.'s obligatorischer Freestyle wurde lautstark bejubelt.
Tony L.

Auch die Lehrer um Schulleiter Peter Kühn (Zweiter von rechts) bewiesen in der neuen Formation „Teacher’s Dream featuring MC Timo K.“ das sie einen flotten Rap auf die Beine stellen können.

Foto: Karl-Heinz Köppner

Auch die Lehrer zeigten sich beeindruckt. ,,Ich wäre froh, wenn die Schüler immer so aufmerksam bei der Sache wären. Die Begeisterung ist einfach riesig - und das alles freiwillig und am Nachmittag", freute sich Timo Kolb. Auch Schulleiter Peter Kühn war begeistert: ,,Ich freue mich darüber, dass unsere jungen Kollegen den schulischen Alltag mit solchen Projekten bereichern. Das führt letztlich zu einer Annäherung zwischen Schülern und Lehrern."In der Tat war am Mittwoch von der sonst üblichen Distanz zwischen Lehrenden und Lernenden nur wenig zu spüren: Alle folgten den Anweisungen von Toni L., ehe sich im zweiten Teil ein kleiner Hip-Hop-Contest zwischen Lehrern und Schülern entwickelte. Ziel war es, in kleinen Gruppen, den so genannten ,,Crews", aus den Wörtern Freestyle, Kuchen, Hai, Street Dance und Spiel einen eigenen kurzen Rap-Song zu basteln. Das Motto dieses kleinen Wettbewerbs hatte Toni L. in Anlehnung an Kühn in Form eines kurzen Raps wie folgt bezeichnet: ,,Wer ist der coolste der Martin-Buber-Schule in Heppenheim? Wer kickt den fettesten Reim und wird bester im Rappen sein? Wer bringt die Bühne zum Glühen wie Breaker und bleibt dabei locker, lässig und kühn wie Peter?"Schüler und Lehrer zogen sich für eine halbe Stunde zurück und bastelten an ihren Songs. Toni L. war überaus hilfsbereit und stand nebenbei den jungen Fans Rede und Antwort. Insbesondere seine Kontakte zu aktuellen Stars der Rap- und Hip-Hop-Szene sorgten für großes Staunen an den Schultischen. ,,Bushido ist der einzige der neuen Generation, den ich noch nicht persönlich kenne", sagte Toni L. Dafür seien Rapper wie Jan Delay, Sammy de Luxe, Max Herre von ,,Freundeskreis" oder die Band ,,Massive Töne" mehr als nur Bekannte. ,,In der Regel waren die Jungs erst mein Publikum, danach meine Kollegen und jetzt sind selbst Riesen-Acts". Als Toni L. kurz darauf seine ,,Party People" wieder zur Aufführung zu sich rief, waren Vorfreude und Anspannung zu spüren. Den Anfang machten die ,,Ladies", die den ,,Hai" in die Begrüßung ,,Hi" umwandelten, ehe sie ihren Freestyle vorführten. Für wahre Beifallsstürme sorg die neu formierte Band ,,Teacher's Dream featuring MC Timo K." mit Bandleader Peter Kühn und Timo Kolb als lebender Beat-Box. Überhaupt erwiesen sich alle ,,Crews" als überaus kreativ. Toni L. freute sich, dass aus den gleichen fünf Begriffen, bei jeder Gruppe ein anderer Song entstand. ,,Ihr wart alle einfach nur cool", lautete das in der Szene wohl größtmögliche Lob des Profi-Musikers und Produzenten für ,,seine" Schüler. Ein besonderes Lob heimste der junge ,,Solokünstler" Adenis ein. Er stand selbst Toni L. in Sachen Beat-Box in nichts nach, interpretierte die unterschiedlichsten Geräusche auf seine eigene Weise und wurde deshalb völlig zu Recht von Lehrern und Mitschülern zum Gewinner des Contests gewählt. Den Siegerpokal in Form einer Riesenpackung Süßigkeiten musste sich Adenis jedoch auf Wunsch von Toni L. mit seinen Freunden teilen. ,,Schließlich habt ihr eigentlich alle gewonnen." Zusätzlich überreichte Toni L. dem Nachwuchs-Hip-Hopper ein handsigniertes Tape von 50 europäischen Rappern. Auch wenn die Hip-Hop-AG für diese Woche nun eigentlich offiziell beendet war, wollte die Mehrzahl der Schüler immer noch nicht nach Hause. Zu groß war der Wunsch, sich noch ein paar wichtige Tipps für die eigene Karriere als Rapper oder ein Autogramm von Toni L. abzuholen. Der Heidelberger Musiker signierte dann auch nahezu alles - vom Schulmäppchen über eine Jacke bis zum Ordner von Lehrerin Claudia Dietz - ehe er sich von seinen ,,Party People" mit dem Ratschlag verabschiedete: ,,Wichtig ist, dass ihr raus geht und Leute trefft, wenn ihr richtig rappen wollt. Und denkt daran: immer auf die coole Art und Weise."

 

Martin Buber

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