Assessment-Tage 2013
Details- Details
- Veröffentlicht am Montag, 01. April 2013 16:41
Jugendliche werden fit für Berufswelt
Buber-Schule – Bei Assessment-Tagen lernen die Schüler viel über Anforderungen und eigene Stärken und Schwächen
Halten die Brücken dem Belastungstest stand oder nicht? Gespannt, aber auch skeptisch beobachten die sieben Jugendlichen ihre Papierkonstruktionen, die sie in zwei Gruppen in der vergangenen Dreiviertelstunde konstruiert haben. Sirona-Ausbildungsleiter Reinhard Pfeifer legt Schere und Klebestift auf die Brücken – schade, beide gehen in die Knie.
Doch Pfeifer ist trotzdem zufrieden, hat er doch bei dem ein oder anderen gute Ansätze gesehen. Auf dem richtigen Weg waren beide Teams, allein die Zeit war zu knapp bemessen.
Adrian, Carsten, Niko, Julian, Sefa, Luca und Utku haben wie alle 69 Schulkameraden der drei neunten Realschulklassen der Martin-Buber-Schule (MBS) an den sogenannten „Assessment-Tagen“ teilgenommen, die die Bildungseinrichtung nun zum zweiten Mal als Pflichtveranstaltung organisiert hat.
Zehn Unternehmen haben sich in diesem Jahr an der dreiwöchigen Aktion beteiligt, die ein zentraler Bestandteil des Berufsorientierungsprogramms der MBS ist. Manche der Firmen sind bereits Partner der Schule über die Strahlemann-Talent-Company. Denn die künftigen Schulabgänger können gar nicht früh genug damit beginnen, die Weichen für die Zukunft zu stellen.
Bewerbungstraining und Kontakte zu Firmen
Das Angebot in diesem Jahr war sehr breit gefächert. Von technischen bis sozialen Berufen konnten die Schüler überall hineinschnuppern. Als Partner waren diesmal mit von der Partie: Sirona, Unilever (Langnese), Jäger-Direkt, Merck, Sparkasse Starkenburg, ABB, Aldi-Süd, Barmer, die Behindertenhilfe Bergstraße sowie das Medienhaus Südhessen, in dem das Starkenburger Echo erscheint. Viele Schüler, so Konrektor und Koordinator Alexander Böhm, seien dabei für die Zeit nach dem Realschulabschluss zu planen. Aus diesem Grund seien Bewerbungstrainings, individuelle Beratung und Kontakte mit Firmenvertretern wichtiger denn je. Durch diese Unterstützung können sich Wege öffnen, die sonst verschlossen bleiben.
Je früher man weiß, wohin der Weg führen soll, umso leichter fällt der Übergang in Ausbildung oder weiterführende Schule. Durch die Assessment-Tage sollen die Jugendlichen auch motiviert werden, sich noch stärker für einen guten Abschluss ins Zeug zu legen.
Bei der Aktion mussten die Heranwachsenden Einstellungstests meistern, Übungen zur Teamfähigkeit und Kreativität absolvieren sowie simulierte Einstellungsgespräche bewältigen. Im Fokus stand auch die Besprechung der eingereichten Bewerbungsunterlagen. Das Know-how hierfür haben die Schüler im Deutsch- und Arbeitslehre-Unterricht gelernt.
Die sieben Jungs, die am Dienstag gemeinsam Brücken konstruierten, hatten sich für die technischen Berufe des Unternehmens Sirona interessiert. Dort kann man sich zum Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker und Elektroniker ausbilden lassen. Betreut wurden sie von Reinhard Pfeifer und Nadine Otterstätter. Die Studentin der Erziehungswissenschaften absolviert ein halbjähriges Praktikum bei Sirona und besuchte früher selbst die Martin-Buber-Schule.
Die Schüler zeigten sich durch die Bank angetan von den Assessment-Tagen. Die Aktion sei eine gute Idee, lobte Luca. Die Angebote seien gut, man erhalte wichtige Einblicke, lerne, wie man sich verhalten müsse, worauf man bei Bewerbungsschreiben achten müsse, worauf es für die Zukunft ankomme. Er selbst will einen technischen Beruf erlernen. Darin wurde er jetzt noch einmal bestärkt.
Auch Adrian gefiel das Angebot, man habe viel lernen können. Carsten berichtete, dass sie bei den Assessment-Tagen eine komplette Projektwoche hätten planen müssen, Einstellungstest absolvieren und vieles mehr – eine tolle Sache. Die Angst vor Einstellungstest wurde Niko genommen, er weiß jetzt, worauf er vorbereitet sein muss. Gefallen haben ihm auch die Informationen über die Firmen. Auch wisse er jetzt, wo wie viele Auszubildende eingestellt würden.
Nutzen für Firmen und Auszubildende
Sirona-Ausbildungsleiter Pfeifer unterstrich, dass die Aktion eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Schüler sei. Im vergangenen Jahr fiel ihm bei dem Projekt ein Buber-Schüler’ auf, dem er empfohlen habe, sich zu bewerben. In diesem Jahr wird der junge Mann dort eine Ausbildung beginnen. Man komme einfach früh mit den jungen Leuten in Kontakt, so Pfeifer und habe so die Möglichkeit, sie mehr für technische Berufe zu begeistern.
Am Ende der Veranstaltung im modern eingerichteten Raum der Talent Company der Strahlemann-Initiative, der einzig der Berufsorientierung an der MBS dient, stehen Einzelgespräche. Dabei können beide Seiten offen über ihre Erfahrungen reden. Es gibt Tipps, gegebenenfalls auch mal eine Ermahnung. Vielleicht bahnen sich erste Kontakte bezüglich einer Lehrstelle an. Lehrer müssen dabei übrigens draußen bleiben.
Vielfältige Projekte zur Berufsorientierung in der Buber-Schule
Neben den Assessment-Tagen gibt es zahlreiche weitere Initiativen der Martin-Buber-Schule, um die Jugendlichen frühzeitig auf die Zukunft in der Arbeitswelt vorzubereiten, wie Konrektor Alexander Böhm am Dienstag informierte.
So gebe es eine enge Kooperation mit den beiden beruflichen Schulen in Bensheim, die in den 8. und 9. Klassen der MBS mit Kursen in Mechatronik, Wirtschaft, Elektrotechnik, Gesundheitswesen, IT-Hardware und Gastronomie komplett das Angebot im Wahlpflichtunterricht stellen. Auch so können die Jugendlichen die vielfältigen Angebote der Firmen und weiterführenden Schule bereits lange vor dem Haupt- oder Realschulabschluss kennenlernen.
Darüber hinaus kooperiert Sirona auch im Projekt „l am Mint“ der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft Hessen mit der Heppenheimer Schule. Der 2012 unterschriebene Kooperationsvertrag ermöglicht ausgewählten Schülern in den sogenannten Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissen- schaft, Technik) einen Austausch vor Ort mit den als Mentoren ausgebildeten Azubis des Unternehmens. Zwei weitere Veranstaltungen in der „TalentCompany“ zur vertieften Berufsorientierung sowie ein Lötkurs mit der Firma ABB sind bereits in Planung.
Quelle: Starkenburger Echo, 22.03.2013




